Mittwoch, 4. April 2007

Arme Zebras

Nein, Eishockey Schiedsrichter haben es nicht einfach. Ich bin zwar auch jemand, der schlechte Schirileistungen hart kritisiert, aber in den letzten Tagen habe ich hier eine andere Sichtweise gewonnen. Zu oft lassen wir uns von subjektiven Einstellungen leiten, wenn wir die Referees in der EBEL bewerten.

Ja, es gibt wirklich schwache Zebras in der Liga, aber einige unter ihnen sind tatsächlich gut. Gerade eben habe ich im TV die Partie Mannheim gegen Köln gesehen und dabei - siehe da - unseren allseits beliebten Willi Schimm als Unparteiischen erlebt. Klar, dass man da als Österreicher etwas besser aufpasst, wenn der Deutsche EBEL Schiri in der DEL werkelt. Er hat gut gepfiffen, kaum Fehler gemacht und die vorgegebene Linie durchgehalten.

Und genau dort liegt der Haken: wie soll ein Schiedsrichter so etwas können? Da pfeifft er an einem Tag in der DEL gemäßt den IIHF Regeln ganz hart und relativ kleinlich (weil ja so gewünscht), Tags darauf wird er vielleicht in der EBEL eingesetzt, wo er das alles nicht mehr so genau sehen soll und auch den Spielfluss nicht stören sollte.

Das kann nun wirklich nicht funktionieren. Mich wundert jetzt wirklich nicht mehr, dass man da als Schiedsrichter auch mal durcheinander kommt und plötzlich einfach Mist pfeift. Übrigens hat der Herr Hascher im vierten EBEL Finale eine grandiose Partie geboten. Auch er fast fehlerfrei, souverän, umsichtig und nie auch nur den Hauch einer Diskussion aufkommen lassen.

Vielleicht liegt die Kritik an den Refs einfach auch daran, dass es in der EBEL einen Gewöhungseffekt gibt? Die Schiedsrichter sehen die Spieler zu oft, dadurch sinkt auch die Hemmschwelle bei den Kuvencracks, mal so richtig "sudern" zu gehen - und plötzlich wird das Gequatsche mit dem Zebra zum Gesellschaftssport. Bei Hascher konnte man sehen, dass selbst alteingesessene Eishackler die Entscheidungen respektierten und gar nicht erst protestieren gingen.

Also kann die Devise nur lauten: so viel Abstand wie möglich zwischen Refs und Spieler, immer wieder auch ausländische Schiedsrichter einsetzen und die heimischen Zebras entsprechend schulen.

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