Das war es also, das vierte Finale in der Erste Bank Eishockey Liga. Was hat es nicht für ein Theater davor gegeben - und man fürchtete ja fast schon um das Leben der Zuschauer in Villach, wenn man das Theater vor dem Spiel verfolgt hat. Psychologische Kriegsführung nennt man so etwas vermutlich, nur was sich zwischen Salzburg und Villach abgespielt hat, ging teilweise schon auf keine Kuhhaut mehr.
Der Auslöser war, wie so oft, das Einsenden eines Videos an den Strafsenat. Damit begannen schon öfters Emotionen zu kochen, im diesjährigen Finale drohten sie sogar überzukochen. Dazu noch die Mär vom David gegen den Goliath und alles schien perfekt - ein richtig schön inszeniertes Lustspiel vor allem für die Medien. Die warfen sich nämlich genüsslich auf die Stories rund ums Match. Selten zuvor habe ich so wenig wirklich sportlich Wertvolles vor einem Finale gelesen. "Tiefpunkte" waren sicher die Schlammschlachten über die Vereinshomepages (der VSV tat sich hier besonders negativ hervor).
Gut, dass sich zumindest die Spieler wieder besonnen haben. Die Interviews nach dem 4. Finale waren lammfromm, objektiv und ernüchternd sympathisch. Da werden sich so manche beinahe dabei ertappt gefühlt haben, ihre Vorurteile zu verlieren...
Auch wenn alles in geordneten Bahnen ablief, die Enttäuschung nach Spiel 4 ist groß. Es war ein schwaches Match, mit wenigen Höhepunkten. Der VSV konnte nicht mehr, die Salzburger wollten nicht mehr. Jetzt scheint sich die Kadertiefe der Dosenstädter doch als wichtigstes Meisterargument heraus zu kristallisieren.
Der "Kampfmaschine" VSV geht der Dampf aus, jetzt scheint wirklich alles für das reichste Team der Liga zu laufen. Am Donnerstag dürfte der österreichische Meistertitel wohl vergeben sein, auch wenn die Kärntner nicht aufgeben wollen/werden. Der letzte Sieg in einer Serie ist immer der schwerste. Wenn die Villacher so spielen wie gestern, dann wird das dieses Mal nicht zutreffen.
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